Wie kommen die Leiterbahnen auf die Leiterplatte?
  1. Fotopositiv beschichtete Leiterplatten besorgen
  2. Leiterplatte auf Folie drucken oder kopieren bzw. mit besonderer Anlage abfotografiieren
  3. Schutzfolie abziehen und Leiterplatte mit Vorlage belichten
  4. Leiterplatte foto-entwickeln und abschliessend reinigen
  5. Ätzen und reinigen
  6. Oxidationsschutz
Woher die Leiterplatten nehmen?
    Conrad Elektronik, Reichelt und viele andere bieten diese an. Man sollte sie nicht zu lange lagern, dann wird es schwer. Bitte nur Expoxid-Platten nehmen, die Hartpapier-Platten sind schlecht zu verarbeiten und sehen dann unmöglich aus..
Wie ausdrucken?
    Das ist leider nicht so einfach. Viele Drucker(-treiber) oder Kopierer verzerren den Ausdruck oder besitzen schlechte Deckung. Eine gute Wahl war damals HP, da der Toner wesentlich bessere Schwärzung erreicht. Trotzdem ist es oft nötig zwei Folien übereinander zu legen. Als  Folienhersteller war Xerox (mit Transportstreifen für Drucker) die mit Abstand beste Wahl. Es gab kaum Verzerrung und gute Tonerhaftung. Ein guter Kopierer ist ebenfalls OK. Man kann einen Ausdruck in DIN-A4 machen und dann auf das Zielmaß herunterverkleinern. Katodev liefert nur Dateien für  Postscript und auf Anfrage HPLJ4. Es dürfte kaum jemand eine abgeglichene Fotoausrüstung zum Abfotografieren besitzen, weshalb das nicht weiter erläutert wird.
Wie belichten?
    Das ist eine Wissenschaft für sich. Die Nitraphot-Lampe von (Osram?) ist ganz ok, aber ihre Standzeit ist recht kurz. Es empfielt sich irgendetwas UV-haltiges zu nutzen, wie eine alte Höhensonne. Ob vielleicht ein Besuch im Solarium wirtschaftlich ist, wäre zu klären. Die grosse Unbekannte ist die Belichtungszeit. Man kann das ganze mit Formeln beschreiben, aber das ist nicht sehr hilfreich. Letztendlich muss man das ausprobieren. Mit etwas physikalischer Grundkenntnis ist aber zumindest klar, dass hier Lichtleistung im interessanten Spektrum und Abstand zum Objekt wesentliche Faktoren sind. Damit eine gleichmässige Belichtung erfolgt, ist der Mindestabstand wohl so ca. 40 cm. Eine 250 Watt Nitraphot muss bei gängigem Material ca. 10 Minuten belichten. Wenn die Folie wirklich tiefschwarz ist, macht etwas mehr auch nichts.
Wie fototechnisch entwickeln?
    Entwickler gibt es ebenfalls bei den Standardquellen. Mit etwas handwarmem Wasser (nicht wärmer) die angegebene Menge in die Flüssigkeit geben und wirklich gut auflösen, sonst git es sofortigen Totalverlust. Eine gute Menge ist es, wenn die Platine mit ca. 2cm Lauge bedeckt werden kann. Wieviel Granulat dabei zu wählen ist, steht auf der Verpackung. Das Zeug ist übrigens hygroskopisch, zieht also mit Freude Wasser an und klumpt. Daher wirklich gut verschliessen und am besten in eine Plastiktüte stecken. Die angegebene Menge ist meistens zu viel. Man muss das Zeug schliesslich auch entsorgen. Wenn die Platine hineingelegt wird, löst sich ein violetter Schleier und die Konturen erscheinen. Jetzt ist der dicke Daumen gefragt, wie lange dieser Vorgang dauern darf. Wenn man es übertreibt, hat man schon hier keine Konturen mehr auf der Platine. Wenn man zu zaghaft ist, bekommt man sie nicht geätzt. Letzteres Problem lässt sich allerdings nach gründlicher Reinigung durch weiteres entwickeln noch korrigieren. Beim Entwickeln muss die Flüssigkeit gut bewegt sein, damit der Vorgang gleichmässig abläuft.  Abschliessend sollte die Platine gut mit Wasser gereinigt werden.
Wie ätzt man Leiterplatten?
    Am besten gar nicht selber ätzen! Es lohnt wirklich den Aufwand nicht!  Wer es dennoch nicht lassen kann, der sollte Grundkenntnisse besitzen und muss für eine vernünftige Ausrüstung inklusive Entsorgungsmöglichkeiten sorgen. Ich habe in den Jahren, als ich es noch für sinnvoll empfunden habe Leiterplatten zu ätzen vier verschiedene Ätzsubstanzen benutzt. Eisen-3-Chlorid, Aminiumpersulfat, "Seno-Feinätzkristall", und HCL/H2O2. Wer den Umgang mit Chemikalien nicht zumindest in der Schule gelernt hat, sollte hier nicht weiterlesen. Vernünfige Resultate für den gelegentlichen Hausgebrauch ohne Sauerei bringen nur letztere beiden. Seno war damals allerdings schlecht zu entsorgen, weil man kein Aussage darüber treffen konnte, was das überhaupt ist. Ausserdem ätzt es sehr langsam und ist teuer. Die Qualität ist aber auch gut. Zuletzt habe ich HCl/H2O2 benutzt. Das ist aber eine extrem harte Kombination von Chemikalien, eben Salzsäure und Wasserstoffperoxid: Dieses ist ein Verfahren für Personen, für die der Umgang mit diesen Flüssigkeiten nicht völlig  fremd ist! Es kann weder Erfolgsgarantie noch Haftung übernommen werden! Salzsäure darf man bekanntlich keineswegs in geschlossenen Räumen nutzten ,die auch nur etwas Metall enthalten. Nach ein paar Ätzbädern gammelt und rostet  _alles_, von denen man nicht wusste, dass es das überhaupt kann. Weiterhin verätzt der  Salzsäuredampf  in der Luft die Atemwege! Also entweder ins Freie gehen, oder besser einen Chemiearbeitsplatz mit Abzug nutzen! Bei empfindlichen Atemwegen würde ich dies wiederum überhaupt nicht versuchen! Nun zum Schutz der Hände und Augen. Wenn man mit diesem Zeug arbeitet, braucht man zumindest extrem robuste Chemie-Handschuhe (für Flusssäure) und eine Brille. Die Handschuhe machen es ein paar Monate, bevor sie zerfallen. Ich habe immer etwas Wasser in die Handschuhe laufen lassen, damit ich auch im Falle eines Loches im Handschuh nichts an die Finger bekam. Die Klamotten sind allgemein durch Spritzer eine Gefahr. Daher kann natürlich nur alte Baumwollkleidung genutzt werden. Zur Sicherheit empfiehlt sich auch immer ein nasses Tuch über Nase und Mund zu binden,  in dem sich der Säuredämpf  lösen kann.. Man sollte keinesfalls mit den Handschuhen in die Flüssigkeit hineinfassen, da  diese dann nicht lange halten. Die Kombination der Substanzen ist einfach zu heftig. Entweder man nutzt soetwas wie eine Grillzange (natürlich nicht aus Metall!) oder man wählt die Platinenfläche etwas grösser und bohrt in die Ecken Löcher für längere Kunststoffschrauben. Bei zweilagigen Platinen verhindert das auch, das die Unterseite am Grund des Gefässes reibt, und Schmutz oder ein Grad die Schutzschick zerkratzt. Das Gefäss sollte möglichst aus Glas (glatt, wird nicht angegriffen) und doppelt so gross wie die zu ätzende Platine sein, da sich diese bewegen können muss. Wenn die Leiterplatte entwickelt und vom Natrumchlorid gereinigt ist kann es losgehen. Zum Ätzen stellt man sich zuerst etwas Wasser in die Nähe, um die Reaktion notfalls sofort bremsen zu können, da die Flüssigkeit  zu heiss werden kann. Man darf allerdings nicht zu ängstlich sein. Die Lösung sieht, weil sie so brodelt, wärmer aus, als sie wirklich ist. Zuerst giesst man etwas H2O2 (natürlich 20%ig und _nicht_ gar 70%) in die Schale. Dann stellt man die Flasche zur Seite und giesst vorsichtig etwas Salzsäure dazu (30%, Baumarktqualität) und stellt auch die Flasche zur Seite. Nun gilt es die Flüssigkeit zu vermengen. Dabei ist nicht viel Sorgfalt nötig die folgende Reaktion mischt die Flüssigkeit selber sehr schnell. Nun kommt die Leiterplatte dazu. Sobald sie in die Flüssigkeit eintaucht gehts los. Damit der Prozess gleichmäßig abläuft, sollte das Gefäss etwas bewegt werden. Der gesamte Vorgang läuft übrigens sehr sehr schnell ab. Eine Europakarte ist binnen einer Minute fertig, wenn man das will. Es geht aber auch langsamer. Die Farbe der Flüssigkeit wechselt beim Nachfüllen von H2O2 oder HCl von grün nach blau, je nachdem wie das Kupfer oxidiert wird. Das Verfahren läuft so ab, dass das H2O2 die Platine oxidiert (wird schwarz) und die HCl das Oxid wegfrisst (kupferfarben). Wenn eine Flüssigkeit zu schwach bestückt ist, tendiert die Leiterplatte in eine dieser Farbrichtungen und man kann erkennen, was nachgefüllt werden muss. Man darf übrigens nicht zu sparsam mit den Flüssigkeiten umgehen, sonst wird das gleichmässige Ätzen schwierig. Abschliessend ist die Leiterplatte mit Wasser zu reinigen und der verbliebene Schutzlack mit Azeton zu entfernen. Azeton ist eine unfreundliche Substanz, die bis hin zu krebserregend einzustufen ist. Dieses Lösungsmittel, wäscht die hauteigenen Fette aus. Daher sollte Hautkontakt vermieden werden.

    Noch ein Tip zur Entsorgung. Die Abfallsubstanz gast aus. Daher dürfen die Behälter nicht (längerfristig) fest verschraubt sein. Weiterhin ist Vorsicht in Verbindung mit Azeton geboten, was normalerweise zum Entfernen des Fotolackes genutzt wird. Niemals Azeton in die Abfallflüssigkeit giessen. Diese Stoffe produzieren bei falschem Vorgehen die nicht besonders stabile Sprengstoffverbindung "Azetonperoxid" welche auch noch mit Kupfer verunreinigt ist,  und mit 9 km/sec explodiert! Schon in diesen Mengen wird man ggf. jemanden von den Wänden kratzen müssen, der damit herumspielt hat! Das zum Entwickeln nötige Natriumchlorid, was dadurch mit Silber verunreinigt wird, darf natürlich auch aus Entsorgungsgründen nicht mit "hineingekippt" werden.

Wie vor Oxidation schützen?
    Dafür bietet sich Flux in Spaydosen an. Bei Kontaktchemie heisst das Lötlack. Obendrauf kann man noch eine dünne Schicht Plastikspray sprühen, damit die Platine nicht so klebt. Die Betonung liegt hier auf  dünn, denn sonst wird das Löten schwer.